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Auf dieses Schreiben des königlichen Bezirksamtes Mallersdorf antwortete am 17. März 1871 der damalige Eittinger Bürgermeister Rohrmayer: Die

gehorsamst unterfertigte Gemeindeverwaltung zeigt an, daß die Gemeinde Eitting gar nie im Stande ist eine frei­willige Feuerwehr zu errichten, da derselben hiezu

die Kräfte und eine Löschmaschine gänzlich mangeln. Der Beitritt zu einer der Nachbargemeinden, z. B. Laberweinting, wurde" in obigen Schreiben des

königlichen Bezirksamtes Mallersdorf vom Jahre 1871 nicht verlangt".

Chronik der FFW-Eitting

Brandeinsätze in Eitting seit Gründung der FFW Eitting


Die Aufnahme zeigt die Brandstätte Margezeder nach dem

Großbrand in Eitting am 8. September 1928

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Eitting

Im Jahre 1875 wurde auf Veranlassung der königlichen Regierung - so wie in vielen anderen Dörfern - auch in Eitting eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Bereits zu Beginn des Jahres 1871 ermunterte das königliche Bezirksamt Mallersdorf alle Gemeinden und auch die Gemeinde Eitting eine Freiwillige Feuerwehr

"zu errichten". In diesem Schreiben wurde darauf hingewiesen, dass kaum eine andere öffentliche Einrich­tung für Leben und Eigentum der Bürger einer Gemeinde

so wichtig sei wie eine gut ausgebildete Feuerwehr. Aber gerade um sie sei es in vielen Dörfern schlecht bestellt. Wegen fehlender Feuerwehren seien oft schon

ganze Dörfer durch Feuersbrünste ver­nichtet worden. Daher ergehe an alle Gemeinden die Aufforderung mit frischem Mut tüchtige Feuerspritzen anzuschaffen

und schlagfertige Feuerwehren ins Leben zu rufen". Diese Anschaffung sei nicht schwierig, die Kosten seien verhältnismäßig gering. Die Gemeinden oder ein neu

gebildetes Komitee" solle die männlichen Einwohner des Dorfes zu einer Versammlung zusammenrufen und sie von der Wichtigkeit, eine tüchtige, schlag­kräftige

Feuerwehr zu gründen, überzeugen. Aus dem Büchlein „Das Feuerlöschwesen in Markt- und Landgemeinden“ (Preis 24 Kreuzer) könnten die Satzungen

übernommen und dann beschlossen werden. Die Vorstandschaft solle bestehen aus einem Vorstand, Hauptmann, Schriftführer, Kassier, Requisitenmeister und

drei Zugführern. Die der Feu­erwehr beitretenden Männer werden verzeichnet und haben dem Vorstand durch Hand­schlag Eifer und Opferwilligkeit zu geloben".

Die neue Feuerwehrmannschaft solle aus drei Zügen bestehen. Den ersten Zug sollten die Steiger, den zweiten die Spritzenmänner und den dritten Zug die Retter

und Ordnungsmänner bilden. Nach der Gründung einer Dorffeuerwehr hätten die Übungen zu beginnen. Anleitungen dafür biete das Übungs­buch für

Landfeuerwehren" (Preis 18 Kreuzer). Außer einer ordentlichen Feuerspritze und Feuerleitern oder Anstellleitern, die bis zu den Dächern reichten, seien vorerst

keine weiteren Geräte nötig. Vorteilhaft seien für die Feuerwehrmänner Dienstmützen (Preis 54 Kreuzer) und für die Retter Armbinden (Preis 30 Kreuzer). Darin

bestehe also die ganze Ausrüstung der Dorffeuerwehren. Die Angst vor weiteren Unkosten sei gänzlich unbe­gründet. Wichtig seien nur ganz einfach uniformierte,

aber in Ordnung und Disziplin gut geübte und schlagfertige Feuerwehren.

Antwort des Bürgermeisters Rohrmayer von Eitting am 17. März 1871 an das königliche Bezirks Mallersdorf  

In späteren Mitteilungen des königl. Bezirksamtes Mallersdorf wurde dann der Vorschlag gemacht, Eitting solle sich mit Habelsbach in Bezug auf das

Feuerlöschwesen an Laberweinting anschließen. Aber auch der Zusammenschluss von Eitting und Sallach wurde im Jahre 1873 ernsthaft in Erwägung gezogen,

dann aber der ersten Version mit Laberweinting der Vorzug gegeben.

Im Jahre 1874 rügte die königliche Regierung von Niederbayern das königl. Bezirksamt Mallersdorf, weil es sich zu wenig aktiv für die Gründung von freiwilligen

Feuerwehren einsetze. Die Regierung forderte das Bezirksamt auf, bei Strafandrohung und Einführung der Pflichtfeuerwehr die Gemeinden härter anzufassen.

Laut Amtsblatt 6 vom 18. Februar 1875 wurden in den Gemeinden Eitting, Grafentraubach, Laberweinting, Wallkufen, Hofkirchen mit Haimelkofen Lind

Osterham freiwillige Dorffeuerwehren errichtet". Weiter heißt es im Amtsblatt 6: Eitting, dann Hofkirchen mit 1 Haimelkofen und Osterharn schaffen sich größere

Fahrspritzen an". In Nachschlagebuch für Bezirksfeuerwehr-Vertreter, Vorstände, Kommandanten sowie über die Ausrüstungen ist das Gründungsjahr der

Feuerwehren des damaligen Bezirkes Mallersdorf mit der Zahl der jeweiligen Gründungsmitglieder festgehalten: Es wurden gegründet im Jahre 1875 die

Feuerwehren Eitting mit 25 Mann, Allkofen mit 32 Mann, Grafentraubach mit 50 Mann, Graßlfing mit 24 Mann, Hadersbach mit 40 Mann, Hainsbach mit 30

Mann, Hofkirchen mit 85 Mann, Laberweinting mit 50 Mann, Wallkoten mit 45 Mann, Weichs mit 25 Mann usw.

Eittinger Gründungsmitglieder, die bekannt sind: Jakob Wellenhofer, Josef Rohrmayer, Hetzenecker, Sebastian Wellenhofer, H. Saller, Josef Renner.

Festverein der FFW Eitting im Jahre 1955:

1. Reihe (v.l.) Taferlbub Heinz Mosemann, Hilde Löw, Traudl Höglmeier, Maria Ringlstetter, Ottilie Rohrmeier, Inge Löffler, Anna Halbritter, Rose Eder.

2. Reihe (v.l.) Georg Loch, Georg Guggenberger, Hans Wellenhofer, Maria Heinrich, Karl Putz, Hilda Weigl, Hermann Kammermeier, Georg Eder, Josef Hebensperger.

3. Reihe (v.l.) Albert Höglmeier, Xaver Berleb, Josef Retzer, Heinrich Laberer, Richard Margezeder, Hans Müller.


Einsatz der FFW Eitting bei Unbilden der Natur


Eisstoß in der Laber


Im Jahre 1941 staute ein grober Einsstoß in der Laber das Wasser, das daraufhin den Müllerhof überschwemmte. Die FFW Eitting

leistete Hilfe.


Unwetter über Eitting


Am 6. Juni 1956 ging ein großes Unwetter über der Eittinger Flur mit sintflutartigem Regen nieder. Besonders betroffen waren die

Anwesen von Höglmeier und Retter. Die Freiwillige Feuerwehr kam zu Hilfe. Bei Höglmeier wurden die Schweine vor dem Er­trinken

im Stall gerettet. Auf den Wiesen war das Heu durch Verschlammung wertlos geworden.

Unwetterschäden im

Hof der Familie

Retzer am

 6. Juni 1956.


Bergrutsch in Eitting


Am Dienstag, den 29. April 1980, vormittags gegen 9 Uhr rutschten einige tausend

Ku­bikmeter Erdmasse an der Südseite des Schlossberges ab. Eine rund 30 Meter

lange Wand hatte sich gelöst. Das an der Steilwand abgehende Erdreich riss

Bäume mit sich, die auf die angrenzende Scheune des Landwirts Johann Hapflmeier

stürzten. Weitere Bäume droh­ten abzurutschen. Sofortige Gegenmaßnahmen waren

erforderlich. Zu allererst mussten die E-Masten der Stromversorgungsleitung längs

des südlichen Schlossberges abgebaut werden. Dadurch war die Stromversorgung

Eittings für längere Zeit unterbrochen. Kreisbrandinspektor Hofmeister veranlasste,

dass die FFW Eitting die herabgestürzten und weitere umsturzgefährdete Bäume

unter Zuhilfenahme des Seilzuges der FFW Geiselhöring beseitigte. Zehn bis

zwanzig Motorsägen waren ständig im Einsatz. Zweiter Bürgermei­ster Franz Maier,

Haader, und Ortssprecher Alfons Hofmann leiteten die Arbeitsgruppen. Am 3. und

4. Mai mussten weitere Bäume gefällt werden, da der Südabhang immer noch in

Bewegung war. Eine Gegenböschung aus Kies wurde angelegt, doch sie brachte

nicht den gewünschten Erfolg, da die Erdmassen weiterhin in Bewegung waren. Bei

diesen umfangreichen Arbeiten kam auch die FFW Laberweinting zu Hilfe.

Einsetzende Regenfälle erschwerten die Arbeiten sehr. Um der Naturkatastrophe

wirkungsvoll gegenzusteuern, wurde der obere Bergrücken abgetragen. Durch die

Bewegungen enstand eine große Gefahr für die Eittinger Kirche. Die Kirchenmauer

zeigte bereits einen Riss. Von Geologen wird der Berg seither ständig beobachtet


Vorstandschaften seit 1889