Eitting-Labertal.de


Chronik der Ortschaft Eitting



Daten

370 Meter über Meeresspiegel, Koordinaten: 12° 20' Ost, 48° 49' Nord


Einwohner 110


Gemeinde und Pfarrei Laberweinting, Landkreis Straubing- Bogen, Bezirk Niederbayern, Freistaat Bayern



Vorgeschichte

Das heutige Erscheinungsbild der Landschaftsräume Niederbayerns wie


das kleine Labertal und die benachbarten Flusstäler wurden durch die Schmelzwässer der Gletscher


in der Eiszeit geformt. Vor ca. 10000 Jahren setzte ein Klimawandel ein und beendete die Eiszeit.


Die Sedimentation hinterließ einen fruchtbaren Boden, den bereits die ersten Siedler erkannten


und für Ackerbau und Viehhaltung nutzten.


Die kleine Laber entspringt in der Nähe von Pfeffenhausen und windet sich in Mäandern durch das


niederbayerische Hügelland, bis sie nach ca. 90 Km nahe Straubing vereint mit der großen Laber


unterhalb der Staustufe in die Donau mündet.


Auf ihrem Lauf wird die Wasserkraft von vielen kleinen Elektrizitätswerken, Sägewerken und Mühlen genutzt.


Die reizvolle Landschaft unserer Heimat eröffnet sich beim Durchwandern oder bei Radtouren


auf einem gut ausgebauten Wegenetz.



ca.1500 v.Chr.

Älteste Zeugnisse der Vorgeschichte Eittings sind bronzezeitliche Hügelgräber und Ringwälle.


Die Besiedelung unseres Raumes durch die Kelten und später um Christi Geburt die römische Besetzung


belegen Funde, wie z.B. die Statuette des römischen Handelgottes Merkur die bei Grabungen entdeckt wurde.

500 n.Chr.

Der Zerfall des römischen Reiches begünstigte die


Landnahme und Besiedlung durch die Bajuwaren,die eine Urbarmachung der Landschaft vorantrieben


In den folgenden Jahren vermischte sich die Bevölkerung aus verbliebenen Kelten, Römern und


eingewanderten Bajuwaren aus der sich eine neue Kultur entwickelte



901 n.Chr.

Erste urkundliche Nennung von (Outinga) Eitting


Eitting ist ein echter -ing Ort und bedeutet bei Otto und seiner Sippe


Abtbischof Tuto von Regensburg tauschte im Jahre 901  2 Mühlen, 2 Joch Ackerland, 5 Joch Wiesen und


20 Joch Wald in Eitting (Outinga) ein.


Auf dem Schloßberg ließen die Bischöfe eine Burg errichten, die 1147 erstmals erwähnt wurde.

13 Jahrhdt

Ab dem 13. Jahrhundert war Eitting eine geschlossene Hofmark. Der Bischof von Regensburg war


Obereigentümer aller Höfe und Anwesen sowie Gerichtsherr in Eitting.


900 Jahre lang bis zur Säkularisation im Jahre 1803 bestimmten die Bischöfe von Regensburg über das


Geschehen in der Ortschaft und erhielten die grund- und gerichtsherrlichen Abgaben und den 2/3 Zehent des Dorfes.



1648

Kurz vor Ende des 30- jährigen Krieges wurde die Burg von den Schweden zerstört und als Ruine hinterlassen.


Wegen Geldmangel in der bischöflichen Kasse erfolgte kein Wiederaufbau der Burg.

1683

Auflassung der noch genutzten Burgkapelle wegen Baufälligkeit



1695

Einweihung der jetzigen Kirche, welche der Bischof von Regensburg um 600 Gulden errichten ließ.


Der neu gewählte Standort liegt südwestlich unterhalb des Schloßberges

1723

Kupferstich der Burgruine Eitting von Michael Wening churfürstlicher Portier und Kupferstecher in München,


der im Auftrag des bayerischen Kurfürsten durch das Land reiste und alle historischen Bauwerke erfasste

1798

Frater Theodosius von Dyssone ein Eremit starb, der 42 Jahre lang in der Klause mit Ölbergkapelle


nördlich auf dem Höhenrücken über dem Ort ein zurückgezogenes Leben führte.

1801

Translation des Maria Hilf Bildes in die Eittinger Filialkirche


Das Bild ist eine Kopie des Innsbrucker Maria Hilf Bildes und wurde mit diesem berührt



1803

Sakularisation: der gesamte bischöfliche Besitz ging an den Staat über, die Burgruine und Felder


wurden verkauft, Wald und Wiesen als Allmende unter die Eittinger Hofinhaber durch Los aufgeteilt.

1848

Im europäischen Revolutionsjahr wurde die Grundherrschaft aufgehoben und Bauern und Söldner


freie Besitzer der Anwesen die sie bewirtschafteten.



1875

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Eitting und Kauf einer Fahrspritze

1882

Eine Vereinsstandarte für die Feuerwehr wurde angeschafft



1912

Neubau einer dörflichen Wasserversorgung mit fließend Wasser für die Häuser


Vom Quellgebiet ca. 1km vom Ort entfernt wurde mit Handwerkszeug das Leitungsnetz gegraben


1962 Neuverlegung des Hauptleitungstranges und Betrieb der Anlage bis zur Stillegung 1985

1914

Erstmals elektrischer Strom für die Häuser von Eitting vom Elektrizitätswerk Gallhofen



1914-18

1. Weltkrieg

1940-45

2. Weltkrieg:Die beiden Weltkriege forderten viele Menschenleben aus der Dorfbevölkerung


Die Kirchenglocken mußten für Kriegszwecke abgeliefert werden.

1945

Viele Flüchtlinge aus dem Sudetenland und aus Schlesien fanden nach dem Krieg in Eitting Aufnahme.


Da der Charakter des Dorfes von der Landwirtschaft geprägt war und Arbeitskräfte notwendig waren,


konnten sich viele Familien in dieser kargen Zeit hier ihren Lebenunterhalt verdienen.

ab 1950

Durch die verstärkt einsetzende Technisierung und Mechanisierung in der Landwirtschaft


wanderten viele Leute in die wiederaufstrebenden Industriegebiete an Rhein, Ruhr und Neckar ab.



1955

80- jähriges Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Eitting mit Fahnenweihe

1956

Großes Unwetter im Juni verursacht beträchtlichen Schaden in den Höfen des oberen Dorfes

1958

Das Energieunternehmen Obag übernimmt die Stromversorgung des Ortes und stellt von


Gleichstrom auf Wechselstrom um.

1955 - 1961

Flurbereinigung der Ackerflächen und des Wegenetzes mit Asphaltierung der Hauptwege

1961

Erste Straßenbeleuchtung im Ort

1962

Erstellung einer Teerstraße mit Oberflächenwasserkanal durch den Ort

1972

Die ehemals selbständige Gemeinde Eitting wurde aufgelöst und im Zuge der Gebietsreform


in die Großgemeinde Laberweinting eingegliedert

1980

Bergrutsch an der Südseite des Schloßberges und Gefährdung der Unterlieger

1985

Bau einer neuen Wasserversorgung mit neuen Hausanschlüssen für das gesamte Dorf durch den


Wasserzweckverband Großes und Kleines Labertal

2000

125- jähriges Gründungsfest der Feuerwehr mit Fahnen- und Standartenweihe

2001

Neubau eines Abwasserkanalsystem für den gesamten Ort mit Druckleitung zur


Kläranlage Laberweinting

2004

Erstellung eines Bürgersteiges und Neuasphaltierung der Ortsdurchfahrt



Februar 2006

Starkes Hochwasser der kl. Laber, eine Überschwemmung im Dorf wurde noch

abgewehrt


Im Bereich oberhalb des Fohl und der " Langseige " wurde die Uferböschung der Laber nach Angaben des

Wasserwirtschaftsamtes angepaßt.



August 2006

Es leben 118 Personen im Dorf



Dezember 2006

Metzgerei in Eitting eröffnet



Januar 2007

Starker Orkan (Cyrill) richtet im Gemeindebereich schwere Waldschäden an.


Bei uns im Dorf gab es keine Gebäudeschäden, Waldschäden im geringeren Umfang


Diesen Winter, bisher noch kein Schnee gefallen und kein Frost



April 2008

Alter Lindenbaum in der Dorfmitte wurde umgeschnitten. Gefährdung durch dürre herabfallende Äste

Oktober 2008

Neuen Lindenbaum in der Dorfmitte eingepflanzt

April 2009

Segnung des restaurierten Kreuzes in der Dorfmitte unter dem Lindenbaum



Mai 2009

Gründungsversammlung des Volleyballvereins " VC Eitting 09 " im Gasthaus Wellenhofer



Mai 2010

Feuerwehrhaus außen saniert mit neuer Bedachung

Mai 2011

Feuerwehrhaus innen instandgesetzt



Juli 2012

Ein altes Dorfrecht zur Wasserentnahme aus der kleinen Laber, der " Wasser und Bodenverband Eitting "

(Wasserrecht am Fohl) wird aufgelöst und der Gemeinde übertagen, die jetzt Eigentümer vom Fohl ist.

Die Nutzung Erfolgte während der Vegetationszeit in den Sommermonaten. Bei anhaltender Dürre wurde

vom Recht zu " Wassern " Gebrauch gemacht.Von Samstag 12Uhr Mittag bis Sonntag 12Uhr Mittag

wurde der Fohl abgesperrt und das gestaute Wasser der kl. Laber überflutete die Wiesenflächen der Aue.



Oktober 2013

Kirchweg von Eitting nach Laberweinting wird wieder begehbar gemacht und durch Hinweisschilder markiert





Allgemeines

2 Landwirte betreiben noch Rinderhaltung und liefern Milch an die Goldsteig Molkerei Cham


3 Vollerwerbslandwirte und mehrere Nebenerwerbslandwirte bewirtschaften


den größten Teil der heimischen Fluren.


Während der letzten Jahre änderte sich das Ortsbild von Eitting durch Abriß bzw. Sanierung und


Neubau von Wohnhäusern und Nutzgebäuden, jedoch blieb das Dorf in seiner Struktur erhalten.




Die Nutzung regenerativen Energien hat im Dorf einen beachtlichen Stand erreicht.Hackschnitzel -, Pellets -, und

Scheitholzheizungen, Photovoltaikanlagen Solarthermische Systeme, Wärmepumpenheizungen sowie Wasserkraft runden

das Erzeugerspektrum ab.




Alle 2 Jahre von der FFW beim Wirt ein neuer Maibaum aufgestellt, der von den Waldbesitzern des Dorfes oder anderen

Gönnern gespendet wird. Der Volleyballverein spielt in der Liga und bringt jung und alt auf Touren.




Unsere schöne Filialkirche mit Umfriedung wartet schon jahrelang auf die Sanierung. Die Bestrebungen zum Erhalt der

Kirche nehmen nun konkrete Formen an.




Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt im Dorf und die Geselligkeit sind Eckpunkte für die intakte Dorfgemeinschaft.




Heimat:

Generationen unserer Vorfahren lebten hier,  wir leben hier

Generationen unserer Nachkommen möchten hier leben!



Quellen:

Heimatbücher und Beiträge zur Ortsgeschichte




Zusammenstellung:  

Johann Eschlbeck                                                                                                                      Eitting, im Oktober 2014